Systematische Behandlung von Zwangshandlungen und Zwangsgedanken – Mit Verhaltenstherapie Erfolge erzielen

Dieser Workshop gibt einen praxisorientierten Überblick über die evidenzbasierte verhaltenstherapeutische Behandlung von Zwangshandlungen und Zwangsgedanken in stationären und ambulanten Settings. Ihre Fragen sind im Verlauf des Workshops sehr willkommen, allerdings ist die Zeit für längere Supervisionsanliegen zu knapp. Es gibt kurze Videos von Patient:innen bei der Exposition und als Rückblick auf ihre Behandlung.

Die Diagnostik wird kurz angesprochen, v. a. im Hinblick auf Verheimlichung von zwangsbedingten Vorgängen und Symptomen wie Einbindung von Angehörigen, peinliche Zwangsgedanken, merkwürdige Rituale u. ä.

Zwangshandlungen

  • Erfassung durch Protokolle und eine Hierarchie
  • Biografische Aspekte der Störung, Funktionsniveau der Patient:innen, Therapie „am Symptom vorbei“, z. B. Selbstsicherheitstraining, Konfliktklärungen im Umfeld – dies läuft parallel zur Zwangsbehandlung proper
  • Psychoedukation: „Was bringt mir der Zwang?“ ausführliche Funktionsanalyse im Therapiegespräch
  • Expositionsvorbereitung: Spannungsverlaufskurven, Unterschied zwischen Therapiegespräch und therapeutisch begleiteter Expositionssitzung
  • Arten von Vermeidungsverhalten bei Zwängen
  • Exposition: Regeln für die Durchführung; evtl. „Trockenübung“ planen; graduiertes Vorgehen erklären; Absicherung gegen Rückfälle durch
  • Psychoedukation und Stichtagsvertrag
  • Wie exponiere ich was im Handlungsbereich? Beispiele

Zwangsgedanken

  • Typische Inhalte im Bereich Sexualität, Blasphemie, Aggression; weitere Inhalte
  • Umgang mit Zwangsgedanken: Vermeidungsverhalten; Rituale - gedanklich und im Verhalten; Neutralisierungsversuche; Rückversicherungsverhalten
  • Ego-Funktion des Widerstands gegen aufdringliche Gedanken: Hypermoral, tiefe Selbstzweifel und Ängste bzgl. der Durchführung von negativen Gedanken
  • Psychoedukation zum Unterschied von „aufdringlichen Gedanken“ bei gesunden Personen und pathologischen Zwangsgedanken
  • Biografische, individuelle Ursachen: ein „guter“, moralischer Mensch sein – Religiosität? Übermäßiges Sicherheitsbedürfnis, Herleitung? Zwang als Lebensangst. Umgang mit „negativen“ Gefühlen in der Familie? Aktuell?
  • Therapie, Themen: Kontrollillusion hinsichtlich der Gedanken, Magisches Denken, Thought-action-fusion, Emotionale Beweisführung, Fehleinschätzungen von Wahrscheinlichkeiten; Zweifel an der Reliabilität der eigenen Wahrnehmung etc.
  • Expositionsbehandlung bei Gedankenzwängen: ausführliche Besprechung

Alle relevanten Folien sowie ausführliche Arbeitsmaterialien für die therapeutische Arbeit werden den Teilnehmer:innen online bereitgestellt.

Details und Anmeldung

Datum

Ort

Organos – Weiterbildungen
Online

Veranstaltungsart

Seminar

Veranstalter

Organos – Weiterbildungen

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