Sicher gebunden – stark begleitet – Bindungskompetenz für die Arbeit mit Jugendlichen
Ausgehend von den historischen Wurzeln bei John Bowlby, Mary Ainsworth, Mary Main und Klaus Grossmann werden verschiedene theoretische Konzepte zu Bindung vermittelt und in ihren aktuellen Bezügen betrachtet. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den entwicklungspsychologischen Grundlagen, unterschiedlichen Bindungsstilen, Bindungsstörungen und deren Bedeutung für die emotionale Entwicklung, insbesondere im Jugendalter und in der Pubertät.
Darauf aufbauend wird erarbeitet, wie sich unterschiedliche Bindungsstile im Verhalten und Erleben Jugendlicher zeigen können und welche Auswirkungen sie auf Selbstwert, Stressregulation und Beziehungsfähigkeit haben. Dabei reflektieren die Teilnehmenden auch ihr eigenes Bindungsverhalten und setzen sich mit der Frage auseinander, wie dieses die professionelle Beziehungsgestaltung beeinflusst.
Zentrales Anliegen des Seminars ist es, konkrete Ansätze für eine bindungssensible Begleitung zu entwickeln. Die Teilnehmenden erproben, wie eine wertschätzende, empathische und klare Kommunikation – verbal wie non-verbal – gestaltet und wie Resilienzförderung als Ressource in der Begleitung junger Menschen genutzt werden kann. Anhand praxisnaher Fallbeispiele werden typische Dynamiken in der Arbeit mit Jugendlichen aufgezeigt und bearbeitet.
Darüber hinaus werden aktuelle Herausforderungen in den Blick genommen: Die Teilnehmenden diskutieren, wie sich Beziehungen, Nähe und Distanz in der digitalen Welt verändern, welche kulturellen Unterschiede im Erleben und Gestalten von Bindung relevant sind und welche Rolle Bindung für den Umgang mit globalen Unsicherheiten spielt.
Lernziele
Die Teilnehmenden verstehen die Bedeutung der primären Bindungserfahrungen, erkennen deren Auswirkungen auf Verhalten und Beziehungsgestaltung und stärken ihre Handlungskompetenz im pädagogischen Alltag.