ADHS in der Psychotherapie – verstehen, einordnen und wirksam begleiten
Dieses Seminar bietet einen praxisnahen und zugleich vertiefenden Einblick in ADHS und dessen Bedeutung für den psychotherapeutischen Prozess. Neben zentralen Merkmalen und diagnostischen Aspekten stehen insbesondere emotionale Dysregulation, exekutive Funktionen, Selbststeuerung sowie typische Begleiterkrankungen und differentialdiagnostische Fragestellungen im Mittelpunkt.
Ein besonderer Fokus liegt auf Situationen, in denen klassische therapeutische Interventionen scheinbar nicht greifen: Vereinbarungen werden vergessen, therapeutische Aufgaben nicht umgesetzt, Strategien zwar verstanden, aber im Alltag nicht angewendet oder Klient:innen geraten wiederholt in Überforderungs- und Frustrationsschleifen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wann vermeintlicher Widerstand möglicherweise Ausdruck ADHS-spezifischer Schwierigkeiten in der Selbststeuerung und Umsetzung ist.
Anhand von Fallbeispielen und praxisorientierten Methoden werden Möglichkeiten erarbeitet, therapeutische Interventionen ADHS-gerecht zu gestalten, Struktur und Orientierung zu fördern und Klient:innen in ihrer Selbstregulation und Selbstwirksamkeit zu unterstützen. Gleichzeitig wird der Blick auf Ressourcen, individuelle Stärken und Potenziale gerichtet und ein wertschätzendes Verständnis für unterschiedliche Funktionsweisen gefördert.