Tag der Arbeitslosen

Am 30. April ist der Tag der Arbeitslosen, der auf die Situation und Bedürfnisse von arbeitssuchenden Menschen aufmerksam macht. Eine Aktionsgruppe mit sozialen und kirchlichen Organisation sowie Gewerkschaftsgruppen widmet sich jedes Jahr dem Themenkomplex Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarktpolitik, Armut und Solidarität. Ziel ist, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und Vorurteile zu überwinden, Einblicke in die Lebensrealität von erwerbs-arbeitslosen Menschen zu geben und auch politische Forderungen zu stellen. 2026 widmen wir uns jungen Menschen, für die der Berufseinstieg herausfordernd ist.

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Jung und ohne Arbeit

Stadtrundgang in Linz macht Lebensrealität Jugendlicher sichtbar

Etwa 30 Verantwortungsträger:innen und Interessierte folgten am 30. April 2026 der Einladung der „Aktionsgemeinschaft zum Tag der Arbeitslosen“ zu einem besonderen Stadtrundgang in Linz: Er gab Einblicke in die Lebensrealität arbeitsloser Jugendlicher.

Erschwerter Einstieg durch psychische Belastungen
„Ich habe die Balken einer Statistik gesehen. Es gibt viel zu wenig Lehrstellen. Das ist entmutigend. Ich habe noch keine Lehrstelle gefunden und es ist, als würden all meine Bemühungen nichts bringen.“ Diese Einschätzung eines 15-Jährigen ist kein Einzelfall. Anfang des Jahres verzeichnete Oberösterreich den Höchststand an Lehrstellensuchenden. Die Zahl der Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen, ist im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent gestiegen. Gleichzeitig ist die Zahl der offenen Lehrstellen um rund 23 Prozent zurückgegangen. Besonders schwierig ist die Situation für Jugendliche, die zusätzlich belastende Erfahrungen, etwa mit Mobbing oder Gewalt, gemacht haben. Daraus folgende Angsterkrankungen oder Depressionen stellen eine weitere Hürde bei der Suche nach einer Lehrstelle dar.

Frühe Unterstützung entscheidend
Das zeigt, wie wichtig verlässliche Unterstützung und niederschwellige Angebote der psychosozialen Begleitung sind. Sie helfen Jugendlichen, sich zu stabilisieren und Schritt für Schritt Vertrauen und Perspektiven für die eigene Zukunft zu entwickeln. „Ein erschwerter Einstieg ins Berufsleben erhöht das Risiko wiederholter Arbeitslosigkeit. Um gegenzusteuern, braucht es bildungspolitische und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, die Jugendliche beim Berufseinstieg unterstützen und zugleich dem Lehrstellen- und Fachkräftemangel entgegenwirken“, sagt Katja Haller, Projektleiterin und Referentin der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung.

Linz durch die Augen arbeitsloser Jugendlicher sehen
Anschaulich wird die Situation betroffener Jugendlicher bei einem Stadtrundhang in Linz, der gemeinsam mit arbeitslosen Jugendlichen entwickelt wurde. Projektleiterin Katja Haller: „Es sind junge Menschen aus psychosozialen Einrichtungen im Alter zwischen 15 und 22 Jahren, die ihr Leben unter erschwerten Bedingungen meistern. Der Stadtrundgang führt zu Orten in Linz, die Einblick in ihren Alltag geben. Wir sehen die Stadt gleichsam durch ihre Augen.“

Jede Station des Rundgangs stand für ein zentrales Thema. Gestartet wurde am Hauptbahnhof und der dort angesiedelten AMS-Zweigstelle, die für Arbeitssuche und Behördenkontakte steht. Weiter ging es zur Arbeiterkammer OÖ, wo Lehrstellensuche im Fokus stand. Dabei wurden auch Wünsche und Lösungsansätze thematisiert, etwa eine verstärkte Übergangsbegleitung im ersten Lehrjahr. Eine Apotheke stand stellvertretend für das Thema psychische Gesundheit, ein Fitnesscenter für einen Ort, der jungen Menschen sprichwörtlich Kraft gibt. Ein weiterer Fokus lag auf der digitalen Lebenswelt. Bei der Landesbibliothek wurden soziale Medien als wichtigste Informationsquelle Jugendlicher in den Blick genommen. Stellvertretend für psychosoziale Unterstützungsangebote wurde das IAB, Institut für Ausbildungs- und Beschäftigungsberatung, als abschließende Station gewählt.

Jugendliche, die beim Jugendprojekt JU-CAN der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung in Betreuung sind, sowie Jugendliche von pro mente OÖ und vom Projekt VSG FACTORY, haben ihre Erfahrungen an den jeweiligen Stationen des Rundganges vorgelesen. Am Rundgang teilgenommen haben etwa Vizebürgermeisterin Karin Leitner, Stadträtin Eva Schobesberger, Nationalratsabgeordneter Roland Baumann und Caritas Vorständin Marion Huber sowie Vertreter:innen sozialer Einrichtungen.

Terminhinweis: Weiterer Stadtrundgang am 5. Mai
Wer beim ersten Mal nicht am Stadtrundgang teilnehmen konnte, hat ein weiteres Mal die Möglichkeit dazu: Dienstag, 5. Mai 2026, 16.00 – 18.00 Uhr Treffpunkt: Hauptbahnhof Linz im oberen Eingangsbereich innen Um Anmeldung wird gebeten: katja.haller@dioezese-linz.at

Politik-Gespräche

Jedes Jahr organisiert die Aktionsgruppe "Tag der Arbeitslosen OÖ" die Politik-Gespräche. Im Austausch mit Landespolitiker:innen und Entscheidungsträger:innen geben Vertreter:innen der Aktionsgruppe Einblick in aktuelle Problemlagen von arbeitslosen Menschen und ihre Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt und im Alltag. Zudem werden politische Forderungen diskutiert, die die Situationen von Arbeitssuchenden verbessern können. Ziel ist, in einem eher informellen Rahmen eine gute Gesprächsbasis zu finden und Politiker:innen Einblick in die Lebensrealtität von Betroffenen zu geben.

Gespräch mit Christian Dörfel

Aktionsgemeinschaft Tag der Arbeitslosen OÖ

  • Alternative, Grüne und Unabhängige Gewerkschafter:innen
  • Bischöfliche Arbeitslosenstiftung
  • Caritas OÖ
  • Katholische Arbeitnehmer:innenbewegung OÖ , Mensch & Arbeit
  • migrare
  • Österreichischer Gewerkschaftsbund
  • Solidarwerkstatt
  • Sozialplattform OÖ
  • Verein arbeitslos. selbstermächtigt
  • Volkshilfe OÖ
  • VSG Woman
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(c) Bea Keplinger

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