Arbeitsmarkt in OÖ

Das Arbeitsmarktservice OÖ veröffentlicht jedes Monat die Zahlen zu Beschäftigung und Arbeitslosigkeit. Als Referenzzeitraum wird dabei das gleiche Kalendermonat des Vorjahres verwendet. Ermittelt wird die aktuelle Arbeitslosenquote (im Bundesländervergleich). Arbeitslose Personen werden auch nach demografischen Daten (Alter, Geschlecht, Bildung) unterschieden. Das kann besondere Probleme am Arbeitsmarkt verdeutlichen (Beispiel Jugendarbeitslosigkeit). Ein wesentlicher Teil dieser Daten sind auch die Anzahl von arbeitslosen Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder der Langzeitbeschäftigungslosen. Gerade für diese Gruppe sind arbeitsmarktintegrative Angebote von sozialen Unternehmen notwendig.

Befristete Beschäftigung erhöht die Chancen am Arbeitsmarkt. (c) MecGreenie

Arbeitsmarktzahlen OÖ Juni 2026

Die Arbeitslosenquote beträgt in Oberösterreich 4,9 % und liegt unter dem österreichweiten Durchschnittswert von 6,9%.

35.974 Menschen waren im Juni als arbeitslos registriert, darunter 17.258 Frauen. Bei Frauen stieg die Arbeitslosigkeit um 5,2% im Vergleich zum Vorjahr, während sie bei den Männern um 2,6% gesunken ist. Nach Alter betrachtet sind junge Personen bis 25 Jahre (+5,6%) und ältere Arbeitnehmer:innen ab 60 Jahren (+13%) besonders von steigender Arbeitslosigkeit betroffen.

Von den knapp über 36.000 arbeitslosen Personen sind 11.402 Personen langzeitbeschäftigungslos. Damit ist fast ein Drittel schon als ein Jahr - ohne signifikante Unterbrechungen - arbeitslos gemeldet. Dies sind um 18,3 % mehr Menschen als noch vor einem Jahr.

Fast 60% der 10.508 Personen in Schulung waren Frauen.

2.564 Personen mit akademischer Ausbildung (+12,5%) und 3.371 Personen mit höherer Ausbildung (+7,8%) befinden sich im Juni auf Jobsuche.

Personen aus den Branchen Gesundheit/Soziales (+263 Personen, +10,1%, -24,7%  offene Stellen), Handel (+172, +2,8%, -10,2% offene Stellen) sind besonders betroffen.

Die höchste Arbeitslosenquote in den Bezirken gibt es in Steyr (7,5%), Linz (7%), Wels (6,9%) und Braunau (5,7%), auch wenn in Braunau die Zahl der arbeitslosen Personen gesunken ist (-5%). Auch in Grieskirchen (-11,1%), Ried (-10,2%) gibt es einen signifikanten Rückgang bei den arbeitslosen Personen.

Grafik Frauenarbeitslosigkeit
Die Zahl der arbeitslosen Frauen ist um 5,2 Prozent gestiegen.

Arbeitslosigkeit ist teuer

Auch wenn die Beschäftigung in Oberösterreich gestiegen und wir eine "niedrige" Arbeitslosenquote haben, sind viele Entwicklungen besorgniserregend. Die Beschäftigungsmotoren und Frauenbranchen Handel, Unterbringung/Gastronomie und Gesundheit/Soziales schwächeln und sorgen für steigende Arbeitslosigkeit bei Frauen. Bis auf Braunau und Ried gibt es in allen Bezirken mehr arbeitslose Frauen.

Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor volatil. Er nimmt nicht genügend junge Menschen in der Erwerbsprozess auf und verwehrt älteren Arbeitnehmer:innen eine Beschäftigung. Und auch wenn das Ausgangsniveau bei arbeitslosen Personen mit akademischer Ausbildung niedrig ist, zeigt die aktuell starke Zunahme auf, dass niemand vor Arbeitslosigkeit gefeit ist.

Aktuell müssen in Oberösterreich soziale Unternehmen mit Angeboten zur Arbeitsmarktintegration Budgetkürzungen hinnehmen, obwohl die Arbeitsmarktdaten andere Maßnahmen verlangen würden. Das bedeutet weniger Angebote und auch Arbeitsplatzverlust für Fachkräfte.
Aktive Arbeitsmarktpolitik ist eine gute Investition in unsere Gesellschaft. 7 Gründe, warum sich Investitionen in soziale Unternehmen lohnen, zeigt arbeit plus Österreich auf.

Stefan Thurner, Sozialplattform OÖ

Stefan Thurner ist neuer Geschäftsführer der Sozialplattform OÖ
Stefan Thurner (c) MecGreenie

Detailinfos: Arbeitsmarkt OÖ

"Auch im Juni 2026 hat Oberösterreich nach den Saisonbundesländern Tirol und Salzburg weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote. Dennoch steigt die  Arbeitslosigkeit bei Frauen, hier vor allem in den Branchen Büro, Handel, Tourismus und Gesundheit. Diese Entwicklung zeigt sich in allen Alterskohorten, besonders stark nun auch bei jungen Frauen. Gleichzeitig sinkt das Stellenangebot in jenen Branchen, die von dieser Gruppe priorisiert werden. Darum ist es notwendig, unsere Interventionen mit Schwerpunktsetzungen für diese Zielgruppe im Juli und August zu intensivieren. Eine entsprechende Anpassung der  Begleitprogramme ist in Ausrollung, um die Gruppe der jungen Frauen für nachgefragte Branchen zu begeistern. Eine gute Entwicklung zeigt sich jedenfalls im Bereich Produktion und Technik. Insbesondere in der Arbeitskräfteüberlassung, wo auch ein besonders deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit beobachtbar ist."
Iris Schmidt

AMS-Landesgeschäftsführerin Iris Schmidt und Stellvertreter Markus Litzlbauer
AMS-Landesgeschäftsführerin Iris Schmidt (Foto: AMS OÖ / Harald Dostal) und Stellvertreter Markus Litzlbauer (Foto: AMS OÖ / Eva Giritzer)
Arbeitsmarktdaten OÖ 2026
Arbeitsmarktdaten OÖ 2025

Arbeitsmarktdaten aktuell Österreich

arbeit plus Österreich, das Bundesnetzwerk von sozialen Unternehmen zur Arbeitsmarktintegration, bereitet die Arbeitsmarktstatistik monatsaktuell für einen Überblick zur Entwicklung von Arbeitslosigkeit, Schulungsteilnahme und Langzeitbeschäftigungslosigkeit auf.

arbeit plus Daten

Ebenfalls interessant sind die Daten zu:

  • Langzeitarbeitslosigkeit und Langzeitbeschäftigungslosigkeit von 2008 bis heute
  • Entwicklung der Arbeitslosigkeit und Beschäftigung seit 1946
Foto Pressekonferenz
Manuela Vollmann und Sabine Rehbichler von (c) arbeit plus

GEFÖRDERT VON:

Logo Arbeitsmarktservice Logo Soziales Oberösterreich Logo Sozialministeriumservice