Warum unsere Zukunft einen Fahrschein braucht.
Bei der Veranstaltung „Jugend im Dialog“ in der Arbeiterkammer OÖ trafen 200 arbeitssuchende Jugendliche auf Entscheidungsträger:innen aus Politik, Wirtschaft und Kirche. Eine der lautesten Forderungen des Tages: Der uneingeschränkte, leistbare Zugang zu Mobilität durch das Jugendticket Netz.
Jugendliche Visionen fordern Politik und Wirtschaft heraus
Unter dem Motto „Ich kann was! Ich bin was! Reicht das?“ machten die Jugendlichen ihre Anliegen in der AK OÖ deutlich. Sie traten dabei nicht als Bittsteller, sondern als Expert*innen in eigener Sache auf. Das Interesse an den Perspektiven der jungen Generation war groß. Neben Soziallandesrat Dr. Christian Dörfel, Bischof Dr. Manfred Scheuer und AK-Vizepräsidentin Sandra Jurekovic stellten sich zahlreiche Abgeordnete sowie Spitzenvertreter*innen von AK, WK OÖ, AMS, SMS und OÖ-Leitbetrieben einem direkten Reality-Check.
Über 300 Jugendliche leisteten Vorarbeit für den Tag
Dass die Diskussionen nicht an der Oberfläche blieben, ist der intensiven Vorbereitung zu verdanken. Von Jänner bis April 2026 erarbeiteten 311 Jugendliche aus arbeitsmarktpolitischen Projekten in ganz Oberösterreich die thematische Basis für das Event. Anhand der Leitfrage „Wie geht es mir im Leben und bei der Arbeitssuche?“ brachten sie in Workshops und Befragungen ihre drängendsten Sorgen auf den Punkt. Diese Ergebnisse bildeten das Rückgrat für die Dialogrunden am Veranstaltungstag.
Der große Aufhänger: Ohne Mobilität keine Teilhabe
Wie geht es Jugendlichen heute in einer komplexen, krisengebeutelten Welt? In den Vorarbeiten und den Gesprächen vor Ort wurde wieder deutlich, wie schwer psychische Belastungen und steigende Preise auf der nächsten Generation lasten. Doch anstatt nur über abstrakte Weltprobleme zu klagen, fokussierten sich die jungen Erwachsenen auf greifbare Hürden, allen voran die Mobilität.
Wer eine Lehrstelle sucht, zum Vorstellungsgespräch pendelt oder einfach am gesellschaftlichen Leben teilhaben möchte, darf nicht am Ticketpreis für Öffis scheitern. Die klare Forderung an die anwesenden Politiker*innen lautete daher: Der Zugang zum Jugendticket Netz muss dringend ausgeweitet und vereinfacht werden.
Stimmen der Jugendlichen:
- „Ohne Auto komme ich bei den Öffi Verbindungen nicht rechtzeitig zu einer Lehrstelle, aber das ist so teuer.“
- „Der Führerschein ist so teuer...ich muss ewig sparen, bis ich die 3000€ dafür zusammen habe.“
- „Ich stehe um 5 Uhr in der Früh auf, muss dann zuerst mit dem Bus in die nächste Stadt fahren und dann mit dem Zug nach Linz und in Linz mit dem Bus zum Projekt. Das dauert fast 1,5 Stunden.“
- „Lehrlinge bekommen das Jugendticket Netz. Wir bekommen das nicht. Ich muss jeden Tag 3 Euro für den Bus zahlen.“
Klarer Kurs für die Jugend in Oberösterreich
Die 7. Auflage von ‚Jugend im Dialog“ setzte ein unübersehbares Zeichen gegen Politikverdrossenheit und Zukunftsmüdigkeit. Wenn die Entscheidungsträger*innen des Landes den Mut haben, sich der Lebensrealität der Jugend ungefiltert zu stellen, entsteht echte Demokratie. Die Forderungen liegen nun auf dem Tisch, jetzt ist die Politik am Zug.
"Jugend im Dialog" ist ein Kooperationsprojekt der Arbeiterkammer Oberösterreich, mensch&arbeit, der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung, dem Team Jugend und junge Erwachsene/Katholische Jugend OÖ sowie dem Lehrlings- und Jugendzentrum ZOOM.